21. Mai 2017

Pressemitteilung zur Veranstaltung am 04.05.17 in Ulm

Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung - leicht gemacht!

Das Netzwerk-psychGB führte am 04.05. in der HFG Ulm eine Informationsveranstaltung durch, die Möglichkeiten aufzeigte, wie die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung am Arbeitsplatz praktikabel durchgeführt werden kann, und welchen vielfältigen Nutzen die Unternehmen daraus ziehen können.

Vor rund 100 Vertretern namhafter regionaler und überregionaler Firmen, Behörden und Verbände stellte das Netzwerk-psychGB anerkannte Verfahren vor, mit denen psychische Belastungen am Arbeitsplatz dokumentiert werden können, und wie dieses Projekt in der Praxis erfolgreich durchgeführt werden kann. Die Übergänge zwischen den fünf Vorträgen wurden szenisch durch das Theater-Interaktiv gekonnt begleitet.

Die Struktur des Prozesses wurde von Frau Christina Bergmann, CO³ Consult und Dr. Ralf Neuner – Institut für Gesundheitsmanagement vorgestellt. Ausschlaggebend für ein gutes Gelingen und für die Akzeptanz durch die Belegschaft ist u.a. das frühe Einbinden der Mitarbeiter, deren Vertretung und der Führungskräfte. Herr Dr. Ralf Neuner beleuchtete anschließend die gesetzlichen sowie sozialen Hintergründe und erläuterte die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Methoden - Workshop für kleine Unternehmen, Mitarbeiterbefragung und Beobachtung für mittlere und große Unternehmen - und verdeutlichte den Nutzen anhand von Praxisbeispielen. Für größere Unternehmen ist es zweckmäßig, interne Expertise aufzubauen und ein durch Experten angepasstes Verfahren einzusetzen.

Die Methoden können auch kombiniert werden. Darüber sprach Philipp Heinzelmann, der das speziell für kleinere und mittlere Unternehmen entwickelte Verfahren der Heinzelmann GmbH vorstellte. Die Ergebnisse decken nicht nur Schwachstellen, sondern auch Erfolgsfaktoren des Unternehmens bzw. einer Gruppe/Abteilung auf. In manchen Fällen können die Ergebnisse auch unbequem für die Führungspersonen sein. Auch deswegen ist eine gute Vorbereitung wichtig. Das sollte mit den Geschäftsführern und vor der Durchführung besprochen werden.

Nach der Pause stellt Frau Bergmann die Workshops zur Findung und zur Umsetzung der Maßnahmen vor, in die die Mitarbeiter und Führungskräfte eingebunden werden müssen. Eine qualifizierte Begleitung der Workshops und der Umsetzung im Unternehmen garantiert wirksame Maßnahmen, von denen das Unternehmen auch finanziell profitieren kann. Generell sollte die Wirksamkeitskontrolle generell nach ca. zwei bis drei Jahren, bei internen z.B. strukturellen Veränderungen oder bei Anstieg von Beschwerden sowie Fehlzeiten erneut überprüft werden.

Den Abschluss der Vortragsreihe machte Herr Professor Dr. Harald Gündel von der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm. Prof. Gündel zeigte anhand verschiedener wissenschaftlicher Studien, dass psychische Belastungen am Arbeitsplatz den Ausbruch von Erkrankungen beschleunigen, den Verlauf verstärken können und welchen positiven Einfluss z.B. funktionieren soziale Beziehungen darauf haben. Es ist belegt, dass die Prävention und die Frühintervention durch Fachleute der Eskalation vorbeugen. Herr Prof. Gündel stellte die Wirksamkeit der individuellen Primärintervention der betrieblichen Stressprävention sowie die psychosomatische Sprechstunde im Unternehmen vor. Geeignete Angebote können einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheit der Mitarbeiter beitragen.



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